Corona als Chance? 8 Dinge, die wir aus der Krise lernen können

Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen weltweit radikal verändert. Schätzungen zu Folge befand sich sogar ein Drittel der Weltbevölkerung zeitweilig unter Quarantäne. Jetzt planen die ersten Länder den Exit, also die langsame Rückkehr in die Normalität.

Aber geht das so einfach? Und gibt es etwas, was wir aus dieser Krise lernen können?

Bei CEO GENE haben wir uns in den letzten Wochen immer wieder mit diesen Fragen beschäftigt. Hier findest du  unsere Top 8 Gedanken und Überlegungen.  

 

1. Wir sind alle miteinander verbunden

 

Eine Sache ist in den letzten Wochen besonders klar geworden: Wir – also die gesamte Menschheit – sind viel vernetzter und viel mehr voneinander abhängig, als uns zuweilen bewusst ist.  Das Virus kennt keine Ländergrenzen, befolgt keine menschengemachten Regeln und unterscheidet nicht zwischen Nationalitäten, Hautfarbe oder sozialem Status.

Der bekannte Historiker und Bestseller-Autor Yuval Harari hat in mehreren aktuellen Interviews wiederholt darauf hingewiesen, dass wir diese Krise nur gemeinsam meistern können.

An vielen Orten kooperieren Länder, Städte, Organisationen und Menschengruppen angesichts der Krise bereits vorbildlich. Ärzteteams werden in andere Länder entsandt, Erkrankte aus Frankreich nach Deutschland zur Behandlung eingeflogen, Nachbarn kümmern sich um Ältere, Forscherteams tauschen sich international aus.

Um andere große globale Probleme wie Armut und den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir aber auch langfristig unsere Kräfte vereinen und zielgerichtet handeln.

Es wäre wünschenswert, dass wir uns auch nach überstandener Krise etwas von diesem kollektiven Wir-Gefühl beibehalten.

 

2. Digitalisierung ist eine Chance

 

Ein überraschender Nebeneffekt der Pandemie ist, dass plötzlich Millionen Menschen weltweit im Homeoffice arbeiten.

Universitäten, die Onlineunterricht bisher für unmöglich hielten, haben in nur wenigen Wochen ihr komplettes Konzept umstellen müssen. Firmen, die vorher partout gegen ortsunabhängiges Arbeiten waren, erleben jetzt die Vorteile. Selbst Ärzte nutzen aufgrund der aktuellen Lage immer öfter Videosprechstunden.

Es scheint, als hätte die Krise die digitale Transformation weltweit beschleunigt, und vieles deutet daraufhin, dass Mitarbeiter und Firmenchefs die Entwicklung vielerorts begrüßen.  Allerdings hat die aktuelle Situation auch gezeigt, dass der Zugang zu Internet und Technologie nach wie vor ein Privileg ist. Besonders Schulen haben in den letzten Wochen vermehrt auf dieses Problem aufmerksam gemacht.

Corona hat uns einen ordentlichen Schubser in eine neue Richtung gegeben. Jetzt liegt es an der Politik und auch an uns allen, weitere Schritte einzuleiten.

 

3. Not macht erfinderisch

 

Not macht ja bekanntlich erfinderisch! Haben wir auch schon festgestellt.  

Unternehmen, die vorher Skiwachs, Kosmetik oder Alkohol produziert haben, stellen jetzt tausende Flaschen von Desinfektionsmitteln her. Große Textilmarken wie Mey und Trigema haben ihre Produktion in kürzester Zeit auf die Herstellung von Schutzmasken umgestellt. Wo noch vor wenigen Wochen Autos gebaut wurden, entstehen nun Beatmungsgeräte für Krankenhäuser.

Restaurants entwickeln kreative Angebote, um sich über Wasser zu halten, Bäckereien verkaufen Klopapier-Kuchen und Musiker kommen virtuell zusammen, um zu musizieren.

Für alle Betriebe ist eine solche Umstellung nicht ohne weiteres umsetzbar, keine Frage. Trotzdem zeigen die vielen positiven Beispiele, was mit Innovationskraft und der richtigen Einstellung möglich ist.

Vielleicht können wir uns ja ein bisschen von dieser Einstellung beibehalten und auch in Zukunft öfter mal den Schritt aus der Komfortzone wagen.

 

4. Systemrelevante Jobs werden sichtbar 

 

Noch vor wenigen Wochen wusste kaum einer, was systemrelevant bedeutet. Jetzt wissen wir es und es ist klar, dass vor allem Frauen und Minderheiten in vielen fordernden und zugleich schlecht bezahlten Berufen arbeiten – sei es in der Pflege, im Supermarkt oder auch im Nahverkehr.

Der Philosoph Richard David Precht hat es kürzlich in der Sendung von Markus Lanz gut auf den Punkt gebracht: „Ich möchte eine Art Solidaritätszuschlag für diese Leute oder andere Vereinbarungen. Man kann sie nicht kurz zu Helden erklären, ihnen einen Bonus geben, vom Balkon runterklatschen und nachher ist alles wie es vorher war.“

Das sehen wir genauso.

 

5. Reise geht auch anders

 

Seit Beginn der Corona-Krise ist der Flugverkehr weltweit um mehr als 85% gesunken. Hotels stehen weltweit leer und beliebte Touristenziele, die sonst Millionen Besucher anziehen, sind wie ausgestorben.

Tourismus-Experten gehen davon aus, dass sich das Reisen aufgrund der Pandemie nachhaltig verändern wird. Keiner kann momentan genau abschätzen, wie lange die verschiedenen Einschränkungen im In- und Ausland noch andauern werden. Vieles deutet jetzt schon darauf hin, dass wir uns auch langfristig auf Quarantänen, Gesundheitschecks und Maskenpflicht einstellen müssen.

Was Umweltaktivisten und auch Anwohner in überlaufenen und belasteten Reisezielen freut, hat zugleich einen bitteren Beigeschmack für die gesamte Tourismus- und Reisebranche.

Vielleicht ist jetzt aber ein guter Moment, unser Reiseverhalten zu überdenken und nachhaltigere Urlaubskonzepte zu entwickeln.

Muss es immer ein Fernurlaub sein, oder können wir auch innerhalb unserer Heimat reisen? Kann das Business-Meeting vielleicht auch mit einer Video-Konferenz ersetzt werden?

 

6. Klimawandel bleibt hochaktuell

 

In indischen Städten ist die Luft sauberer denn je, selbst die schneebedeckten Gipfel des Himalayas sind seit Jahrzehnten zum ersten Mal sichtbar. Das Wasser in den berühmten Kanälen Venedigs ist plötzlich klar und vielerorts werden seltene Tiere gesichtet.

Angesichts der Bilder von menschenleeren Orten könnte man meinen, dass sich die Natur eine längst überfällige Verschnaufpause gönnt.

Auch wenn der Fokus der Politiker und der Menschen gerade ganz auf der Bewältigung der Krise gerichtet ist, sollten wir den Klimawandel nicht aus den Augen verlieren. Corona hat uns vor Augen geführt, wie Städte mit weniger Smog und Verkehr aussehen könnten.

Vielleicht kann uns dieser „Blick in die Vergangenheit“ dabei helfen, neue nachhaltigere Konzepte für die Zukunft zu entwickeln.

 

7. Wir sind die Wirtschaft

 

Wenn wir über „die Wirtschaft“ sprechen, klingt das ziemlich abstrakt. Die Krise hat vor allem eins deutlich gemacht: Wir – also wir Unternehmer und Verbraucher – sind die Wirtschaft.

Es liegt in unserer Hand, wem wir unser Geld geben und wen und was wir unterstützen. Ganz getreu dem Motto „Support local“ können wir mit unseren täglichen Kaufentscheidungen einen Beitrag leisten, dass kleine regionale Betriebe und Geschäfte auch weiterhin bestehen können.

Wollen wir, dass am Ende nur noch ein großer Onlinehändler den Markt dominiert oder echte Vielfalt? Wollen wir immer nur das Billigste oder vielleicht doch lieber Produkte und Dienstleistungen, die nachhaltig sind?

Vielleicht ist auch das ein Gedanke, den wir aus der Krise mitnehmen können.

 

8. Wertschätzung

 

Was ist wichtig im Leben?

Aufgrund der Kontaktverbote der letzten Wochen war und ist unser Leben in vieler Hinsicht aufs Wesentliche reduziert.

Wir haben unseren Konsum drastisch runtergefahren, auf soziale Kontakte verzichtet und unseren Bewegungsradius massiv eingeschränkt.

Die überraschende Erkenntnis von vielen Menschen in unserem Umfeld war, dass Dinge, die vorher selbstverständlich schienen, an Bedeutung gewonnen haben.

Gesundheit, ein Dach über den Kopf, menschliche Kontakte, Essen und (saubere) Natur – all das sind Dinge, die wahnsinnig wertvoll sind.

Wenn wir eines von der Corona-Krise lernen können, dann sicherlich Wertschätzung für das, was wirklich wichtig ist.

 

 

 

 

 


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